Mummelsee
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Mummelsee und Hornisgrinde: Wanderung ins Hochmoor und mit vielen schönen Ausblicken

Heute habe ich mal ein ganz besonderes Wandererlebnis. Klein, aber oho, würde ich sagen! Wie der Titel schon verrät, gibt es hier gleich drei Dinge auf einmal: den Mummelsee, die Hornisgrinde und jede Menge wunderschöner Ausblicke.
Grundsätzlich kann man natürlich jedes dieser Highlights für sich alleine genießen. Am schönsten ist es aber, wenn man alles miteinander verbindet und daraus eine abwechslungsreiche Wanderung macht.
Der Mummelsee ist für alle, die aus dem süddeutschen Raum kommen, ein sehr bekanntes Ausflugsziel. Der eigentlich relativ kleine See liegt direkt an der Schwarzwaldhochstraße und ist von dunklen Tannen und bewaldeten Hängen umgeben. Eine schaurig-schöne Sage gibt es selbstverständlich noch kostenlos dazu.
Doch wie es leider mit vielen schönen Orten in unserer Zeit ist: Das Kleinod ist längst kein Geheimtipp mehr. Gerade an Wochenenden und in der Ferienzeit kann es rund um den Mummelsee ziemlich voll werden. Aber nichtsdestotrotz ist es ein wunderschöner Ort und wenn man weiß wo, kann man auch ganz alleine unterwegs sein.

Mummelsee

Anreise & Parken am Mummelsee

Der Mummelsee liegt direkt an der Schwarzwaldhochstraße (der B500) zwischen Freudenstadt und Baden-Baden.Er ist einer der wenigen Karseen (Gletschersee), die auch noch nach Jahrtausenden erhalten sind.
Das Gute ist: Direkt am Mummelsee gibt es zwei große Parkplätze. Sie liegen unmittelbar unterhalb des „Berghotel Mummelsee“, das ein für alle Besucher offenes Restaurant und Café direkt am See bietet. Auch direkt neben dem Hotel gibt es einen Parkplatz, näher kann man eigentlich kaum parken, dafür ist dieser aber schnell voll.

Mummelsee-Parkplatz

Das Schlechte ist allerdings: Die unteren Parkplätze haben eine Höhenbeschränkung. Wer mit einem größeren Wohnmobil oder einem hohen Kastenwagen unterwegs ist, sollte deshalb unbedingt darauf achten. Doch auf der Hauptstraße gibt es auf beiden Seiten Standstreifen, auf denen auch Wohnmobile parken können. Der Weg zum See verlängert sich vielleicht etwas, ist aber trotzdem gut machbar.

Gemütlicher Auftakt: Einmal rund um den Mummelsee

Mummelsee-Rundgang

Es führt ein Weg rund um den Mummelsee. Der Weg ist gut begehbar, auch für Menschen, die mobilitätseingeschränkt sind. Ein Rollator ist kein größeres Problem und nach der Hälfte des Weges gibt es Bänke, um sich etwas auszuruhen oder einfach den Anblick auf die Mummelsee-Nixe zu genießen. Das Wasser ist aufgrund seines Zulaufs von den Hochmooren an der Hornisgrinde so dunkel. Der Mummelsee ist daher auch ein sogenanntes Moorauge. Zwischen den Bäumen und an manchen Stellen spiegeln sich die umliegenden Hänge im See. Hier kann man sich gut vorstellen, woher die Sage des Mummelseekönigs und seiner Nixen kommt, die tief am Grunde des Sees leben sollen. Wer Lust hat kann sich ein Tretboot mieten und gemütlich über den kleinen See schippern.

Wir haben auf dieses kleine Vergnügen aber verzichtet und sind lieber auf Schusters Rappen hoch zur Hornisgrinde.

Aufstieg zur Hornisgrinde: Zwei Wege zum Gipfel

Für alle, die aber nun zur Hornisgrinde laufen wollen, beginnt an der Kirche St. Michael der Aufstieg. Mit 1.164 Metern ist sie der höchste Berg des Nordschwarzwalds. Der Aufstieg ist durchaus zu schaffen, allerdings sollte man sich darauf einstellen, dass es stellenweise ordentlich bergauf geht. Insgesamt sind vom See zum Gipfel 135 Meter Höhenunterschied zu bewältigen.

Für den Aufstieg stehen von diesem Ausgangspunkt aus zwei verschiedenen Varianten zur Verfügung: Ein kurzer und steiler Weg hinauf mit ca. 1,4 km Länge oder die längere Variante mit 2,4 km. Wir sind beide Wege schon gelaufen und haben uns heute mal wieder für die längere, aber doch weniger herausfordernde Variante entschieden.

Unterwegs wird man immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt. Und genau diese Mischung gefällt uns an der Tour besonders gut: Unten der dunkle Mummelsee, oben die weiten Höhen der Hornisgrinde und dazwischen das Hochmoor. Was will man mehr?

Hornisgrindepfad und Hochmoor entdecken

Wer Lust auf noch mehr Natur hat, kann die Tour außerdem mit dem Hornisgrindepfad und dem Hochmoor verbinden. Gerade das Hochmoor ist noch einmal eine ganz andere Landschaft. Natürlich benötigt man für diese Variante etwas mehr Zeit, dafür bekommt man eine Wanderung, bei der es eigentlich nie langweilig wird. Auf dem Weg durch das Hochmoor ist man auf einem Holzsteg unterwegs. So ist man mitten im Moor ohne die empfindliche Landschaft zu schädigen. Oben angekommen kann man den 7 Meter hohen Bismarckturm über eine kleine Wendeltreppe besteigen und hat von oben eine herrliche Aussicht.

Holzsteg über das Hochmoor
Blick vom Bismarckturm

Einkehr in der Grinde-Hütte

Von hier aus ist es nicht mehr weit bis zur Grinde-Hütte. Sie ist eine bekannte Ausflugslokalität. Es gibt eine breitgefächerte Speisekarte, so dass sicher jeder etwas findet, der hungrig ist.
Schmerzende Füße oder zuviel gegessen? Wer keine Lust mehr auf den Abstieg hat kann einfach in den nächsten Bus steigen, der wenige Meter von hier wieder Richtung Mummelsee fährt. Alle anderen können den Weg nach unten auch zu Fuß genießen.

Grinde-Hütte

Unser Fazit zur Wanderung am Mummelsee

Wer den Mummelsee möglichst entspannt erleben möchte, sollte nicht unbedingt am Wochenende zur klassischen Ausflugszeit kommen. Unter der Woche und früh am Morgen oder später am Nachmittag ist es meist deutlich angenehmer. Und wenn man schon einmal hier ist, würde ich unbedingt empfehlen, die Wanderung nach oben zu verlängern. Der Mummelsee alleine ist schön. Die Kombination aus See, Hornisgrinde, Hochmoor und den vielen Ausblicken macht daraus aber ein ganz besonderes Schwarzwalderlebnis.

Kurz & Kompakt: Die wichtigsten Infos

  • Highlights: Mummelsee, Hornisgrinde (1.164 m, höchster Berg im Nordschwarzwald), mystisches Hochmoor & Hornisgrindepfad.
  • Parken: Zwei große Parkplätze direkt unterhalb des Mummelsees (Achtung: Höhenbeschränkung für Wohnmobile / Kastenwagen; Ausweichmöglichkeiten auf Standstreifen an der Straße) und unmittelbar neben dem „Hotel Mummelsee“.
  • Rundweg Mummelsee: Barrierearm bzw. gut machbar, auch mit Rollator.
  • Aufstieg zur Hornisgrinde: Ca. 135 Höhenmeter ab der Kirche St. Michael. Wahlweise über einen kurzen, steilen Weg (ca. 1,4 km) oder eine längere, sanftere Variante (ca. 2,4 km).
  • Bester Zeitpunkt: Früh morgens oder am späten Nachmittag, um dem großen Trubel am Wochenende zu entgehen. Buslinien zur Grinde-Hütte: Linie 423 (Panoramalinie): Fährt von Achern über Sasbachwalden zum Mummelsee und direkt hoch zur Hornisgrinde.
  • Linie 425 (Naturerlebnislinie): Verbindet Oppenau, Ottenhöfen und Seebach mit dem Mummelsee und der Hornisgrinde.
  • Linie X45 (Expressbus): Verbindet Baden-Baden über die Schwarzwaldhochstraße direkt mit dem Mummelsee und führt weiter zur Hornisgrinde.
  • Sonder-Shuttle Mummelsee–Hornisgrinde: Ein regelmäßiger Pendelbus, der die kurze Strecke zwischen den großen Parkplätzen am Mummelsee und dem Gipfel (Hornisgrinde Turm) überbrückt.

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